Gesundheitsminister will Zugang zur Psychotherapie einschränken!

Gesundheitsminister plant Begrenzung für Psychotherapie

Einschränkung für Psychotherapie geplant.
Minister Spahn: Einschränkung für Psychotherapie geplant

Aktuell plant der Bundesgesundheitsminister, im neuen Gesetz für schnelle Termine und bessere Versorgung TSVG eine gestufte Steuerung des Zugangs zur ambulanten Psychotherapie einzuführen.

Dies würde bedeuten, dass der freie Zugang zu den niedergelassenen ärztlichen oder psychologischen Psychotherapeuten eingeschränkt wird und eine vorgeschaltete Selektion erfolgen soll.

Das hohe Recht zum Erstzugang (freie Wahl des Therapeuten), das seit dem Psychotherapeutengesetz von 1999 besteht, würde damit ausgehebelt. Eine massive Verschlechterung der Versorgung der Patienten ist zu befürchten.

Die Berufsverbände der Psychotherapeuten haben sich vehement gegen den derzeitigen Kabinettsentwurf zum TSVG gewandt:

„Der Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten bvvp, mit bundesweit über 5000 niedergelassenen Psychotherapeuten, hat in einem offenen Brief gegenüber Bundesgesundheitsminister Jens Spahn seine Besorgnis über den geplanten Zusatz zum § 92 Absatz 6a SGB V im TSVG ausgedrückt. Der Passus, der in letzter Minute in den Kabinettsentwurf eingeführt wurde und eine völlig neue Art „gestufte Steuerung“ der Behandlung von hilfesuchenden psychisch kranken Menschen vorsehe, wird als schädlich erachtet. Eine derartige Selektion, bevor eine Behandlung in Anspruch genommen werden könne, hebele den freien Zugang zum ärztlichen oder Psychologischen Psychotherapeuten aus, kritisierte der Verband. Er forderte den Minister daher auf, dafür Sorge zu tragen, dass der vorgesehene Zusatz ersatzlos gestrichen wird.“

Anbei die vollständige Stellungnahme des Berufsverbandes der Vertragspsychotherapeuten vom 02.11.2018:
Stellungnahme BVVP

Die Praxis Ritter und Gerstner schließt sich den Ausführungen ihres Berufsverbandes in vollem Umfang an. Wir haben uns in Protestschreiben an die politischen Entscheidungsträger gewandt.

Der Ablauf im Gesundheitsministerium zeigt, wie aktionistisch und unüberlegt die Politik vorgeht und dabei qualitativ hohe und etablierte Versorgungsstrukturen unnötig infrage stellt.

Es bleibt zu hoffen, dass die Einwände der Berufsverbände bei der Politik auf ein offenes Ohr stoßen und diese unsinnige Planung aufgegeben wird.