Corona: Sorge um die seelische Gesundheit der Bevölkerung

Lockdown und verzögerte Impfungen bei Corona

Ein Kommentar von Klaus Ritter (13.03.2021)

 

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Corona und seelisch Gesundheit

Die umfassenden Einschränkungen des sozialen Lebens durch den monatelangen Lockdown unter Corona führen zu einer enormen seelischen Belastung der Bevölkerung.

Dies zeigt sich inzwischen auch bei den Anmeldegründen und der Symptomatik in der psychotherapeutischen Sprechstunde unserer Praxis. Angststörungen und die damit verbundenen Verunsicherungen und Stresssymptome nehmen deutlich zu.

Viele Menschen fühlen sich aktuell in ihrer ökonomischen Existenz bedroht und in ihren psychischen und psychosozialen Entfaltungsmöglichkeiten. Es fehlen die sozialen Kontakte und die damit verbundenen Kompensationsmöglichkeiten.

Aus psychotherapeutischer Sicht sind die Corona-Maßnahmen  inzwischen unverhältnismäßig angesichts der damit verbundenen Beeinträchtigungen der seelischen Gesundheit der Bevölkerung und der zu erwartenden Folgeschäden. Die Beschneidung fundamentaler Grundrechte ist angesichts der vorhandenen Impfstoffe nicht länger zu legitimieren. Außerdem besteht ein übermäßiges und teilweise chaotisches Agieren der Exekutive und eine fehlende Einbeziehung des Parlaments.


In unserem demokratischen Rechtsstaat erleben viele Bürger eine bisher nie dagewesene Bevormundung und Beschränkung ihrer Rechte. Es ist nachvollziehbar, dass Unmut entsteht und die Politik des Bundesgesundheitsministers und der Bundeskanzlerin als unzureichend angesehen wird.

Der erste Lockdown war zu zaghaft, die Verwendung von Masken wurde nicht ausreichend forciert und die Bestellung des Impfstoffs wurde nicht sachgerecht angegangen. Die Impfung der Bevölkerung kommt derzeit nicht zügig genug voran.

Es ist zu fordern, dass die bewährte Struktur der Hausärzte (und anderer Arztpraxen) sofort in die Impfungen einbezogen wird. Eine Ausweitung der Testung ist ebenfalls sinnvoll. Unter systematischer Ausnutzung dieser Möglichkeiten könnte bis zum Sommer 2021 endlich eine effektive Bekämpfung der Pandemie erfolgen.

Die Reduktion des wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Lebens sollte daher umgehend zurückgefahren werden. Die Schäden für das Gemeinwesen sind bereits jetzt unabsehbar.


Hinweis: Dieser Kommentar stellt die persönliche Meinung des Autors dar. Der Beitrag ist unabhängig von dem psychotherapeutischen Versorgungsauftrag unserer Praxis.


 

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